Trans* in der Lindenstraße

Aktionen und Veranstaltungen in der Öffentlichkeit und siehe Unterforen.
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Ava
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Trans* in der Lindenstraße

Beitrag von Ava » 28.05.2018, 22:08

Hi,

mit diesem Posting möchte ich das Thema "Lindenstraße und Transidentität" fortführen. Wie viele von Euch vermutlich wissen, hatte sich Ende 2017 die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit der Produktion der Lindenstraße ergeben, bei der wir inhaltlich zum Thema Trans* beitragen konnten und überdies Xenia und Nathalie einen Gastauftritt hatten, bei dem sie sich selber spielten.

Unter dem Stichwort "Lindenstraße" sind alle entsprechenden Beiträge auf der Gendertreff Plattform hinterlegt und natürlich gibt es auch einen Bericht, in den die komplette Folge mit Xenia und Nathalie eingebunden ist. Auch eine Aktion rund um die Grüne Karte für Diversity konnten wir mit der Lindenstraße umsetzen und es gibt dazu auch einen Bericht auf der Webseite des WDR.

Am kommenden Samstag haben wir erneut Gelegenheit, etwas Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Trans* zu leisten, vgl. die folgende Pressemitteilung:
„Lindenstraße – Kult in Serie“
Das Publikums-Event 2018 im Filmmuseum Düsseldorf mit Autogrammstunden, Talkrunden, Kino-Vorführungen, Premieren und Presse-/ Fototermin

Im Laufe ihrer nun knapp 33 Jahre ist die ARD-Serie Lindenstraße längst zum Kult avanciert. Das möchten die Schauspielerinnen und Schauspieler und die Produzenten gebührend mit ihren Fans feiern, unter dem Motto „Lindenstraße – Kult in Serie“, am Samstag, 2. Juni 2018, im Filmmuseum Düsseldorf

13 Schauspielerinnen und Schauspieler der Lindenstraße sowie die Produzenten Hans W. Geißendörfer und Hana Geißendörfer werden am Samstag, 2. Juni, im Filmmuseum Düsseldorf (Schulstraße 4, 40213 Düsseldorf) erwartet. Den Besucherinnen und Besuchern wird ein spannendes Programm geboten. Von 12.00 Uhr bis 22.30 Uhr werden 15 Kultfolgen auf der Kinoleinwand präsentiert, darunter mit „Herzlich willkommen“ die 1. Folge, die Skandalfolge „Räumaktionen“, die den ersten Schwulenkuss im deutschen Fernsehen zeigt, und die Live-Folge „Hinter der Tür“. Besondere Highlights und zugleich krönender Abschluss sind die Previews der Folgen 1677 „Falsche Zeit, falscher Ort" (Erstausstrahlung: 3. Juni 2018, ARD) und 1678 „Vom Kommen und Gehen und Bleiben" (Erstausstrahlung: 10. Juni 2018). Mit der Vorführung der Folge 1678 wird damit erstmals in der Geschichte der Lindenstraße der Öffentlichkeit eine Episode bereits eine Woche vor ihrer TV-Erst-ausstrahlung gezeigt.

In fünf Talkrunden, die im Anschluss an die Vorführungen der Folgen stattfinden, geben die Macher und Ensemblemitglieder einen Einblick hinter die Kulissen – von der Entstehung der Kultserie bis heute. Die Besucher erfahren aus erster Hand, wie die Serie 1985 startete und der Generationswechsel 30 Jahre später erfolgte, als Hana Geißendörfer, Tochter des Erfinders der Serie, als Produzentin einstieg. Die Talkrunden, in denen auch Aufreger und Skandale der Serie angesprochen werden, wird Bernd Desinger, Direktor des Filmmuseums Düsseldorf, moderieren. TV-Kritikerin Klaudia Wick ist als Expertin geladen.
Zudem stehen von 13.30 Uhr bis 21.00 Uhr Autogrammstunden auf dem Programm.

Außerdem werden auf Monitoren und Leinwänden Szenenfotos, Aufnahmen der Kulissen sowie Fotos von Dreharbeiten u.a. gezeigt. Eine kleine, exklusive Ausstellung mit Requisiten und Kostümen, Zeitdokumenten und Drehbüchern rundet das Programm ab. Präsentiert werden u.a. „Helga Beimers“ ‚schwarze Raben‘, die bei den Fans seit langem Kultstatus erreicht haben, das Telefon von „Else Kling“ sowie eigens für die Lindenstraße entwickelte Verpackungen für Produkte, die es nur in der Serie gibt.

Um 17 Uhr findet ein Presse- und Fototermin mit allen Schauspielern, den beiden Produzenten und Bernd Desinger statt; individuelle Interviews sind nach vorheriger Absprache auch vorher und nachher möglich. Zeitgleich (17.00 – 17.30 Uhr) wird den Lindenstraße Fans, die nicht vor Ort sein können, die Möglichkeit geboten, während eines halbstündigen Facebook-Livestreams mit ihren Lieblingsstars zu interagieren.

Für Gespräche und Fotos stehen an dem Tag zur Verfügung:
Michael Baral („Timo Zenker“), Jo Bolling („Andy Zenker“), Dunja Dogmani („Neyla Beimer“), Erkan Gündüz („Murat Dagdelen“), Hermes Hodolides („Vasily Sarikakis“), Marie-Luise Marjan („Helga Beimer“), Sontje Peplow („Lisa Dagdelen“), Moritz A. Sachs („Klaus Beimer“), Rebecca Siemoneit-Barum („Iffi Zenker“), Andrea Spatzek („Gabi Zenker“), Georg Uecker („Dr. Carsten Flöter“), Cosima Viola („Jack Aichinger“), Sybille Waury („Tanja Schildknecht“) sowie Hana Geißendörfer und Hans W. Geißendörfer.

Alles Wissenswerte rund um das Event und das Ticketangebot ist zu finden auf www.lindenstrasse.de
Eintrittskarten müssen telefonisch vorab beim Filmmuseum Düsseldorf reserviert werden: 0211 – 899 2232
Informationen zum Event „Lindenstraße – Kult in Serie“ gibt es auch beim Filmmuseum Düsseldorf unter www.duesseldorf.de/filmmuseum/
Auch wir wurden eingeladen und Xenia und ich werden für den Gendertreff teilnehmen. Dabei ist geplant, dass wir einige Statements zum Thema Transidentität abgeben werden.

Während meines heutigen Telefonats mit der Dame von der PR-Abteilung wurde ich noch gebeten darauf hinzuweisen, dass die Veranstaltung ausverkauft ist. :geek:

Wer möchte, kann sich dennoch an der Aktion beteiligen und auf der Facebook-Seite der Lindenstraße mit Statements zum Thema Trans* Stellung nehmen. Keine Angst, das ist von der PR-Abteilung ausdrücklich so gewollt, dass die Themen, die seitens der Lindenstraße aufgegriffen werden, dort diskutiert werden dürfen.

Zum Event vgl. auch hier.

Viele Grüße

Ava
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Jan
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Re: Trans* in der Lindenstraße

Beitrag von Jan » 29.05.2018, 20:56

Hallo Ava,

ich habe mir heute die Folge angesehen und die wichtigste Erkenntnis, die ich herausgefiltert habe ist.

Sexualität ist nicht Identität. Wird ja auch stark darauf hingewiesen.

Schöne Grüße

Jan

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Re: Trans* in der Lindenstraße

Beitrag von Ava » 30.05.2018, 17:12

Hallo Jan,
Jan hat geschrieben:
29.05.2018, 20:56
ich habe mir heute die Folge angesehen und die wichtigste Erkenntnis, die ich herausgefiltert habe ist.

Sexualität ist nicht Identität. Wird ja auch stark darauf hingewiesen.
wir dürfen eben nicht vergessen, dass auch heute noch viele Menschen sehr wenig über Transidentität wissen. Deshalb ist es durchaus gut, mit kleinen Informationshäppchen zu arbeiten. ;-)

Es werden aber im Gespräch noch weitere wichtige Informationen transportiert, z.B.:
  • Oft wird Transidentität mit Homosexualität verwechselt. Im Gespräch geht Xenia darauf ein und berichtet, dass sie über 30 Jahre mit ihrer Frau verheiratet ist. Daraufhin kommt es ja auch dann zu der von Dir zitierten Erkenntnis.
  • Trans* definiert sich nicht über äußerliche Merkmale, sondern über das Empfinden, also das Identitätsgeschlecht.
  • Auch eine weitere, hier im Gendertreff immer wieder angesprochene Sache wird thematisiert: Sunny wollte Hormone, damit sie nicht angestarrt wird und als Frau gegendert wird. Der Gesprächsverlauf wird jedoch dahin geleitet, dass das eigentliche Passing aus dem Inneren kommt. Transition beginnt im eigenen Kopf mit dem Selbstbewusstsein und der Selbstverständlichkeut des eigenen Auftretens. U.a. deshalb finden unsere Selbsthilfetreffen übrigens in öffentlichen Lokalen statt und deshalb empfehlen wir auch einen freiwilligen Alltagstest.
  • Es gibt nicht den einen, allgemein gültigen Weg, mit der Transidentität umzugehen. Der Aufhänger war Sunnys Unverträglichkeit bez. der Hormone (das wurde ins Drehbuch geschrieben, da man ja keinen Schauspieler zur Transition zwingen kann). Im Verlauf der Diskussion wird dies aufgezeigt und am Ende der Folge beschließt Sunny, einen Weg ohne Hormontherapie zu gehen.
Ich finde, damit haben wir in den zur Verfügung stehenden ca. 3 Minuten schon jede Menge Information untergebracht. :-D

Viele Grüße

Ava
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Re: Trans* in der Lindenstraße

Beitrag von Jan » 30.05.2018, 21:16

Hallo Ava,

ich pflichte Dir bei, wenn Du sagst, dass Trans sich über das eigene Empfinden definiert. Es ist wichtig, sich zuerst selbst zu erkennen, zu verstehen und zu akzeptieren - das steht am Anfang.

Dann gehen viele ganz oder teilweise den Weg der äußeren Veränderung, um das eigene Selbst nach außen zu tragen und ihm Raum zur Entfaltung zu geben. Ein weiterer Aspekt ist Innen und Außen in Übereinstimmung zu bringen, wobei jeder selbst bestimmen muss, wie weit er / sie auf dem Weg geht.

Sunny hat es umgekehrt versucht, und da es in der Folge aufgegriffen wurde ist diese Vorgehensweise wohl nicht selten.

Schöne Grüße

Jan

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Re: Trans* in der Lindenstraße

Beitrag von Ava » 03.06.2018, 15:35

Hi,

auf der Facebook-Seite der Lindenstraße ist ein Video erschienen, in dem auch Xenia und ich im Interview zu sehen sind.

Wer bis zum Interview "vorspulen" möchte: Ab 16:05 einsteigen. [sonstige/GT-Logo.gif]

In Kürze werden wir noch einen Blogbeitrag dazu veröffentlichen.

Viele Grüße

Ava
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Re: Trans* in der Lindenstraße

Beitrag von Johanna L » 03.06.2018, 20:38

Hallo Ava,

ich habe mir gerade mal Euer Interview angesehen. Da habt Ihr ja wieder gute Infos weitergeben können, um das "Kopfkino", wie es Xenia ja sagt, auszuschalten.

Tolles Interview.

Friedlicher Gruß

Johanna L
Du bist nicht wundervoll, du bist das Wunder - ganz egal, wie du gerade bist!

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Re: Trans* in der Lindenstraße

Beitrag von Ava » 06.06.2018, 23:23

Hi,

und hier noch der versprochene Blogbeitrag: Lindenstraße - Kult in Serie und ein Interview zum Thema Trans*.

Viele Grüße

Ava
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Re: Trans* in der Lindenstraße

Beitrag von Marina » 17.11.2018, 09:09

Hi,

Wie heute morgen in der Zeitung zu lesen ist, wird die „Lindenstraße“ nach 33 Jahren endgültig eingestellt

Schade, hatten wir doch gehofft, dass es irgendwann noch einmal eine Folge mit dem Gendertreff geben würde. Immerhin, durch Nathalies und Xenias Auftritt würde da Thema Transidentität zumindest einmal auf diesem Weg in die Öffentlichkeit getragen.

LG
Marina
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(Herbert Grönemeyer)

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Re: Trans* in der Lindenstraße

Beitrag von Alex » 18.11.2018, 09:58

Hi
Auch ich war erst einmal geschockt, und das, ob wohl ich kein Fan dieser Serie war. Aber es gehörte einfach zum Fernsehen dazu wie Sauerkraut zu Kassler.
Schade aber auch.

LG
Alex
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Re: Trans* in der Lindenstraße

Beitrag von Xenia » 08.12.2018, 17:26

Hallo Gendertreff,
ich möchte mich kurz vorstellen: Mein Name ist Jörg F. (Name bekannt). Ich bin einer der Organisatoren der LINDENSTRASSE MUSS BLEIBEN Protestbewegung.

Am 16.11.19 verkündete die ARD die Einstellung der Serie LINDENSTRASSE im Frühjahr 2020. Wir Fangruppen sehen darin, einen enormen Verlust für unserer Land, da sich die Lindenstraße immer wieder gerade auch für einzelne Gruppierungen in unserer Gesellschaft stark engagierte, über Probleme und Missstände informierte und Menschen durch die Thematisierung in ihrer Sendung eine Identifikationsmöglichkeit geboten hat. Dies geschah zum Beispiel auch mit der Einführung der Rolle Marek/Sunny Zöllig, die eine junge Transsexuelle verkörperte.

Da wir in der Lindenstraße eine enorm wichtige Funktion für unsere Gesellschaft sehen, haben wir Fangruppen beschlossen, diese Entscheidung so nicht einfach hinzunehmen. Wir schlossen uns zusammen und versuchen aktuell mit diversen Aktionen auf die enorme Fan-Community aufmerksam zu machen und die Weitersendung der Lindenstraße einzufordern.

Teil dieser Aktionen sind u.a. diverse Demonstrationen in verschiedenen deutschen Städten, darunter aktuell 2 in Köln. Diese finden am 19.1.19 um 14 Uhr bis 16 Uhr am Roncalli-Platz und am 23.2.19 statt (für letztere wird Zeit und Ort noch bekannt gegeben). Wir würden Euren Verein gerne einladen, an unseren Demonstrationen teilzunehmen, um den Verantwortlichen zu zeigen, dass die Lindenstraße ein Spiegelbild von uns allen in der Gesellschaft darstellt und die Existenz einer derartigen Kult-Sendung fernab von jeglichem Quotendruck eine Selbstverständlichkeit sein sollte.

Vielleicht habt ihr auch die Möglichkeit, die Demonstrationen auf Eurer Website zu bewerben, so dass wir möglichst viele werden. Gemeinsam sollte es uns gelingen, den Verantwortlichen in den Sendern zu beweisen, dass diese Entscheidung unsere deutsche Fernsehlandschaft ein ganzes Stück an Möglichkeiten ärmer macht, Mitmenschen für die Belange von Menschen zu sensibilisieren, aufzuklären und Vorurteile abzubauen.

Es grüßt euch ganz lieb,
Jörg F.
Organisator der LINDENSTRASSE MUSS BLEIBEN Protestbewegung
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