Knochendichte und Sexualhormone

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Monika_S
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Knochendichte und Sexualhormone

Beitrag von Monika_S » 08.10.2018, 17:08

Hallo,

mit großem Interesse verfolgte ich auf der 3-ten Gendertreff Messe & Fachtagung am 6-ten Oktober den Vortag des Endokrinologen Dr. Manuel Mengel zum Thema Hormone.

Er überraschte mich in einem Punkt. Seine Aussage zur Knochendichte habe ich sinngemäß so in Erinnerung:
Bei transsexuellen Menschen beider Richtungen gilt unter der Hormonbehandlung:

Für die Knochendichte ist nur das Sexualhormon des biologischen Ursprungsgeschlechtes bestimmend.

Deshalb ist bei diesen Patienten die regelmäßige Überwachung der Knochendichte notwendig.
Mein Versuch diese Aussage per Recherche im Web auf Deutsch bzw. Englisch zu verifizieren war erfolglos.

Deshalb möchte ich Euch fragen: Habe ich Dr. Mengel eventuell falsch verstanden?


Grüße, Monika

Anna Bianca
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Re: Knochendichte und Sexualhormone

Beitrag von Anna Bianca » 08.10.2018, 18:12

Hallo Monika,

Fr.Dr. Kornely hat bei mir wegen dem Verdacht auf fortgeschrittene Osteoporose die Knochendichte überprüft.
Ihre Aussage ist dass bei stärkerer Osteoporose eine HRT nicht fortgesetzt werden darf, es könnten sich sonst "Glasknochen" bilden.
Das betrifft ihrer Aussage nach damit die gegengeschlechtiche Hormondosierung.

Ich habe selbst ein paar widersprüchliche Informationen bei wikipedia und anderen zugänglichen Quellen gefunden, also mehr Verwirrung als Aufklärung erhalten. Ungünstige Faktoren wie Rauchen und mäßiger wie regelmäßer Alkoholkonsum wirken sich ja ebenfalls auf die Knochendichte aus, ebenso Vitamin- und Bewegungsmangel.

Da ich meiner Endo weiterhin vertrauen will muss ich mich auf ihre Aussagen verlassen.
Sie macht ja jetzt auch regelmässige Kontrollen um etwaige negative Auswirkungen rechtzeitig erkennen zu können.
Bisher hat sich die HRT bei mir aber eher positiv ausgewirkt weil die altersgerechte Osteoporose bei mir diagnostiziert wurde.

Wichtiger ist die ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D, was ich seit kurzer Zeit über Brausetabletten mache. Der Körper benötigt Vitamin D um das Calcium in den Knochen zu binden und somit die Knochen stabil zu halten.
Sollten sich meine Werte bis zum nächsten Labor (in 2 Monaten) nicht verbessern erfolgt der Umstieg auf medizinische Präparate.
Unter Anderem wirkt sich starker Mangel an Vitamin D3 negativ auf die Psyche aus und kann Depressionen auslösen sowie vorhandene Depressionen verstärken. Also jeden Sonnenstrahl nutzen, Vitamin D3 komplett kostenlos und rezeptfrei !!

Ich hoffe hier nicht noch mehr Verwirrung verursacht zu haben, ich teile hier nur die mir zur Verfügung stehenden Informationen.

LG, Anna
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Serena
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Re: Knochendichte und Sexualhormone

Beitrag von Serena » 09.10.2018, 09:23

Hi,
ich konnte dazu auch nicht wirklich etwas stichfestes finden, aber im allgemeinen ist Östrogen wichtig für den Erhalt der Knochendichte, nach dem was ich im Internet gelesen habe z.B:

"Da insbesondere Estrogene für den Erhalt der Knochendichte (oder Knochenmasse) bedeutend sind, leiden vor allem Frau-zu-Mann-transsexuelle Personen häufiger an einer Osteoporose"

Quelle: https://books.google.de/books?id=Ue1FDw ... se&f=false

In dem Fall dürfte bei Transmännern ausreichend Bewegung zur Vermeidung von Osteoporose nicht unwichtig sein.

Liebe Grüße
Serena

Anna Bianca
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Re: Knochendichte und Sexualhormone

Beitrag von Anna Bianca » 09.10.2018, 10:03

Hallo Serena,

das deckt sich dann mit meiner praktischen Erfahrung. Seit Beginn oder sogar durch die HRT scheint sich meine Knochendichte stabilisiert zu haben.
Nicht sicher ist, ob es sich bei der vor 2 Jahren diagnostizierten Diagnose der fortgeschrittenen Osteporose um eine falsche Diagnose handelt.
Mein damaliger Orthopäde will sich dazu auch nicht mehr äußern.
Ich gehe hier einfach von den neuen Untersuchungsergebnissen aus, wonach die Osteoporose durch die HRT zum Stillstand gekommen ist.
Die nächste Knochendichtemessung wurde für Februar 2019 terminiert, danach kann ich mehr dazu schreiben.

LG, Anna
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Monika_S
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Re: Knochendichte und Sexualhormone

Beitrag von Monika_S » 19.10.2018, 19:34

Liebe Anna Bianca, liebe Serena,

vielen Dank für Eure Antworten. Sie bestätigen mein bisheriges Wissen.

Zu der in meinem ursprünglichen Beitrag wiedergegebenen Aussage des Endokrinologen Dr. Mengel werde ich beim nächsten Besuch Ende Februar 2019 den Endokrinologen Dr. Lederbogen befragen. Anschließend werde ich mich hier wieder melden.

Liebe Grüße, Monika

Monika_S
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Gelöst: Knochendichte und Sexualhormone

Beitrag von Monika_S » 28.02.2019, 17:44

Hallo,


nach dem Besuch des Endokrinologen Dr. Lederbogen kommen jetzt die versprochenen Antworten zu den aufgeworfenen Fragen.

Die von mir im Eröffnungsbeitrag wiedergegeben Aussagen sind falsch, weshalb ich sie hier nicht wiederhole.

Nach Dr. Lederbogen gilt vielmehr:
  • Für die Knochendichte ist bei beiden Geschlechtern ausschließlich Östrogen verantwortlich.
  • Bei trans Patienten gibt es normalerweise keinen Anlass die Knochendichte zu untersuchen. Ausnahme ist z.B. die längere Einnahme von Kortison.

Liebe Grüße, Monika

Anna Bianca
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Re: Knochendichte und Sexualhormone

Beitrag von Anna Bianca » 28.02.2019, 20:34

Hallo Monika,

es ist tatsächlich rein das Östrogen das für die stabile Knochendichte verantwortlich ist. Erhöhtes Testosteron sowie zu niedriges Östro wirken sich negativ aus. Sprich: Transmänner sollten wie Frauen in den Wechseljahren regelmässig ( alle 5 Jahre ) die Knochendichte im Rahmen der Kassenlesitung überprüfen lassen. Bei mir hat sich die Knochendichte tatsächlich verbessert, aber nicht nur durch die Östros. Vitamin D3 und Kalzium in der normalen Tagesdosis wirken sich positiv auf die Knochendichte aus. Mit ausreichender körperlicher Betätigung läuft es ganz gut, auch wenn ich keinen Marathon mehr laufen kann.

LG, Anna
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