Mann, Frau und jetzt wieder Mann

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Stefanie
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Re: Mann, Frau und jetzt wieder Mann

Beitrag von Stefanie » 10.04.2019, 08:06

Hallo,

ich bin jetzt mal durch die 9 Videos durchgezappt.

Was sich durchzieht ist ein recht unglücklich wirkender Mensch der wohl immer noch in einer Art Findungsphase zu sich selber ist.

Das hier ein Therapeut angeblich nach schon 45 Minuten eine Indikation ausgestellt hat, basierte wohl auch auf einem recht überzeugenden Patienten.

Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie schnell so was ggfs. passieren kann, ABER hier gibt es neben den 'Schuldzuweisungen' an die therapeutische Seite auch den Spagat zu ermessen, wie lange man ggfs. einen Patienten 'leiden' lässt, obwohl es weitere Maßnahmen gäbe, aber man die erst noch über Monate oder gar Jahre rauszögert um alle Eventualitäten auszuschliessen und irgendeiner recht allgemein verfasste Leitlinie gerecht zu werden.

Recht aussagefähig finde ich in den Videos auch, dass ich immer nur den Begriff 'Geschlechtsumwandlung' höre und nicht 'Anpassung'.
Hier wurde wohl auch das Märchen geglaubt, dass Hormone und OPs alleine das Geschlecht 'ändern'.

Ich weiss nicht, ob jemand die Zeit und Muße hat, sich alle 9 deutschen und ggfs. noch die 7 englischen Videos komplett anzuschauen, ich schaffe das allein schon aus dem Grund nicht, da vieles SEHR subjektiv dargestellt ist. Zur Ehrenrettung der Person gesagt, er betont dies aber schon am Anfang, dass es sich um seine Erfahrungen handelt.

Für mich wäre an der Stelle nur zu betonen, das Geschlecht ist mehr im Kopf als sonst wo am Körper definiert. Eine Transition sollte gut überlegt sein und nicht einfach mal so ausprobiert werden, um Probleme zu lösen, die sich dadurch definitiv nicht lösen lassen. Alle die diesen Weg gehen, sollten sich im Klaren darüber sein, dass es gewisse Baustellen gibt, die nichts mit der gelebten Identität oder dem Geschlecht zu tun haben und im Rahmen einer Transition ggfs. auch zu Problemen führen können, die ansonsten nicht so stark hervorgetreten wären.
Eine Transition ist in der Regel mit einer Phase verbunden, in der man sich extrem verletzlich fühlt und alle Reaktionen der Umwelt, die auch nur negativ ausgelegt werden könnten, auch als solche empfindet. Hier sollte man sehen, dass man Leute um sich hat, mit denen man sich austauschen kann. Ob dies im Rahmen von Selbsthilfetreffen oder guten Freunden geschieht, spielt keine große Rolle, aber ich denke mal ganz alleine sollte man dabei nie sein.

Liebe Grüße

Steffie

PS: er trifft an einer Stelle die Aussage, dass es immer mehr Detransitionen gäbe. Ich weiss nicht, wo er diese Info her hat. Rein statistisch ist es aber beinahe klar, dass wenn es mehr Transitionen gibt, irgendwann auch die Abbrecherquote zahelnmäßig steigt (vielleicht bei der ein oder anderen Person auch, weil die Indikation verfrüht ausgestellt wurde)
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Denies
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Re: Mann, Frau und jetzt wieder Mann

Beitrag von Denies » 10.04.2019, 19:59

Hallo Stefanie

Ja glücklich wirkt er nicht, wie auch wenn du zwischen den Geschlechtern hängst und damit nicht klar kommst.

Ich habe mir auch nicht alle Video,s angesehen, erstens wiederholt er sich da sehr oft und ich denke er hat diese Video,s auch für seine persönliche Krise erstellt, (sich selber zuhören)

Ich denke es gibt zu viele Hintergründe, warum jemand eine Retransition macht, bei jungen Menschen sehe ich da viel eher eine Gefahr, wie bei Menschen die schon Lebenserfahrungen haben und mehr gefestigt sind, Krisen erlebt und überstanden haben

Ich ziehe aber den Hut vor Menschen ab, die diesen Schritt gehen, bevor sie sich so tief festfahren, bzw. auf einem Irrweg am Ende nur noch der Suizid übrig bleibt.

Aber ich finde es ist ein ernst zunehmendes Thema, was auch schon ein paar Mal eine Diskussion Thema bei meiner Therapeutin war und auch mit einem der beiden Gutachter haben wir das mal thematisiert, weil er da aus seiner Erfahrung sprechen konnte und es eben scheinbar nicht gerade selten vorkommt, nein wie er sagte zunehmend.

Ich denke wenn jemand mit den Hormonen nicht zurecht kommt, dann Stimmt meiner Meinung nach etwas nicht, nur weil ich vielleicht mehr weibliche oder männliche Anteile habe wie andere macht mich das noch nicht zu Mann oder Frau.

Ich möchte da auch keinem was unterstellen, aber in Zugehörigkeitsgefühl, Aufmerksamkeitsdefizite, Geschlechterflucht, Gruppendynamik und ein Unreife bergen diese eben nicht auch Gefahren?

Ich muss nicht 18 Monate zu einer erwarteten qualifizierten Person gehen, die mir beim ersten Mal direkt ein Indikationsschreiben in die Hand drückt, ohne mich näher zu kennen, wie wissen alle wie die erste Stunde abläuft, klar kann ich andere nicht allein dafür verantwortlich machen, wenn sie mir die HRT vorzeitig bewilligen, aber kann ich das überhaupt, selbst wenn ich die erst nach 12 Monaten bekomme, wo sich ja einige schon mal pauschal daran halten.

Auch die Fachwelt, ist darauf weitgehendst angewiesen, wie ich mich offen und ehrlich darstelle.

Wir haben ja zu genüge immer wieder mitbekommen, wie mit Hormonen umgegangen wird, auf welche Kanälen manche sich diese besorgen, ohne sich über die Auswirkungen bewusst zu sein,
ich denke gerade diese Leute, die Ärzte und Therapeuten scheuen, sind doch nicht im reinen mit sich selber.

Aber wie mehr ich darüber nachdenke, stelle ich mir immer mehr die Frage, warum kommen Menschen mit den Hormonen nicht zurecht, ist da etwas im Widerspruch, stimmen da Empfindungen und Geschlecht doch nicht so überein wie gedacht, oder bin ich da noch nicht so weit.

Wenn ich mich selber betrachte ich habe weder mit Hormonen noch mit den Testo Blocker je ein Problem gehabt, ob ich sie nehme oder nicht ich bin und bleibe ich selber.

Und ich kann nicht behaupten, das ich früher schon als Kleinkind, in einer seelisch stabilen Verfassung war, da war von fehlender Lebensfreude, Hypersensibilität über Depressionen und Suizidale Gedanken und Wunsch bis zu Körperlichen Auswirkungen alles vorhanden.

Ich denke da ist noch viel Unwissenheit und unerforschtes und wenn ich mir die Auswirkungen allein auf unsere Seele vom Familienstellen betrachte, kommen noch mehr Fragen auf und Antworten die ich vielleicht im Moment gar nicht wissen möchte.

Lieben Gruß Denies
Wenn du nicht dein Leben selbstbestimmt lebst, sagen andere dir wie du es zu leben hast.

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