Mein Leben mit beiden Geschlechtern

Geschichten, Erfahrungen, Outings und Gefühle.
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Johanna L
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Mein Leben mit beiden Geschlechtern

Beitrag von Johanna L » 20.05.2018, 20:34

Hallo zusammen,

ich werde hier meine Erfahrungen mit dem Leben mit beiden Geschlechtern mit Euch Allen teilen. Dadurch hoffe ich, anderen auf Ihrem Weg Mut zu machen.

Zu Beginn werde ich gleich meinen Eingangstext aus dem alten Forum hier einbringen, der als Einstieg ins Thema dienen soll.

Friedlicher Gruß

Johanna L

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Re: Mein Leben mit beiden Geschlechtern

Beitrag von Johanna L » 20.05.2018, 20:36

Viele von Euch kennen mich ja bereits. Auch durch meine vielen Besuche beim Gendertreff in Düsseldorf. Aber kennt Ihr mich wirklich? Ich denke nein. Aber ich will ab jetzt etwas dazu beitragen, dass Ihr mich besser kennenlernt. Und vor allem möchte ich dazu beitragen, dass viele noch Unentschlossene oder Zögernde mehr Mut bekommen, Ihren ganz eigenen Weg zu gehen.

Ich werde hier ab sofort in loser Folge mein Leben mit meinen beiden Geschlechtern mit Euch teilen. Dies unter Anderem auch deshalb, da mein Weg nicht der klassische Weg einer Transition ist.

Wie ich in einem anderen Thema ja bereits geschrieben habe, lebe ich mit zwei Geschlechtern. Zum Einen ist das mein biologisches männliches Geschlecht, mit dem ich geboren wurde. Zum Anderen mein weibliches Geschlecht, dass sich in meinen Gefühlen oft zeigt.

Und mein Leben mit diesen beiden Geschlechtern entwickelte sich immer mehr zu einem Nebeneinander der beiden Geschlechtstypen. Ich habe am Anfang, als ich merkte, dass ich da was weibliches in mir habe, schon mit dem Gedanken gespielt, ganz zur Frau werden zu wollen. Aber je mehr ich mich mit dem Thema Trans beschäftigt habe und mich auch hierbei reflektierend betrachtete, merkte ich, dass ich zwar meine weibliche Seite ausleben wollte, ich mich aber nicht unbedingt unwohl in meinem männlichen Körper fühlte. Ich fühlte mich nur nicht 100%ig männlich. Und immer öfter suchte ich Möglichkeiten, meine weibliche Seite zu leben. Und ich wurde dabei auch immer professioneller. Auch was die weiblichen Rundungen betrifft. Und was ich immer wieder erstaunlich fand, war, sobald ich weiblich gekleidet und ausstaffiert war, wurde ich auch als Frau wahrgenommen.

Und auch bei meinen Verhaltensweisen habe ich mehr und mehr bemerkt, dass ich männliche UND weibliche Verhaltensweisen an den Tag lege. Z. B. beim in die Hocke gehen mache ich das manchmal breitbeinig und manchmal mit geschlossenen Beinen. Und das, ohne darüber nachzudenken und auch ohne jetzt bewußt Mann oder Frau zu sein.

Und manchmal bin ich sogar der festen Überzeugung, dass meine in der Kindheit gezeigte Jähzornigkeit (ja, ich war früher ein kleiner Giftzwerg) vielleicht bei einem Mädchen als zickig bezeichnet worden wäre. Vielleicht war ich ja auch schon als Kind seelisch gesehen männlich und weiblich. Je länger ich beide Geschlechter auslebe, desto mehr merke ich, dass beides eigentlich schon immer zu mir gehört hat. Daher gibt es für mich eigentlich auch kein zweites Geburtsdatum, wie es ja bei einigen Transmenschen erfolgt, wenn sie ihr wahres Geschlecht endlich erreicht haben.

Bei meiner Suche nach dem "Was bin Ich?" habe ich mich natürlich wie alle anderen hier wohl auch, dem Internet bedient. Ich habe Transseiten besucht. Berichte gelesen. Dann habe ich nach Events gesucht, an denen ich dann weiblich sein konnte. Und die ersten Ausflüge in die Weiblichkeit waren bei sog. Ausnahmeparties in Köln.

Ja und auch die CSD's haben mir zu Beginn meiner Reise viel geholfen. Dort in der Masse der bunten Vögel und schrillen Gestalten konnte man recht unauffällig die Verwandlung vollziehen. Es war wie ein geschützter Raum unter freiem Himmel. Vielleicht hatte ich es auch deshalb ziehmlich leicht im Gegensatz zu manch Anderem/r, mich in der Öffentlichkeit weiblich zu zeigen, da ich einen recht festen Charakter zu haben glaube. Doch die ersten Ausflüge waren auch bei mir mit einem gewissen Herzklopfen begleitet worden.

Solche Fragen wie "Erkennt man den Johannes in der weiblichen Aufmachung?" oder "Merken die, dass ich total nervös bin?" gehörten Anfangs auch bei mir dazu.

Aber ich habe immer wieder gemerkt, dass ich als Frau rüberkomme und habe sehr schnell Sicherheit gewonnen. Mittlerweile kann ich mein Leben mit den beiden Geschlechtern ganz gut leben. Und es macht mir total Spass, wenn ich weiblich unterwegs bin. Doch ich bin nicht todtraurig, wenn ich dann wieder männlich rumlaufe.

Eines habe ich jedoch seit Mitte 2015 für mich entschieden. Bis auf wenige Tage im Jahr, wo das vielleicht unpassend wäre, trage ich meine externen Brustprothesen quasi rund um die Uhr, auch wenn ich männlich unterwegs bin. Damit untersteiche ich meine Zweigeschlechtlichikeit.

Damit dieser Text nicht zu lang wird, beende ich meinen ersten Eintrag zu diesem Thema jetzt und wünsche viel Spass beim Kommentieren. Ja, und Fragen dürfen ruhig kommen, egal welche. Ich bin schon gespannt, welche Frage kommen werden.

Friedlicher Gruß

Johanna L

Bonnie
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Re: Mein Leben mit beiden Geschlechtern

Beitrag von Bonnie » 21.05.2018, 23:45

Hallo Johanna,

du schreibst: "Aber je mehr ich mich mit dem Thema Trans beschäftigt habe und mich auch hierbei reflektierend betrachtete, merkte ich, dass ich zwar meine weibliche Seite ausleben wollte, ich mich aber nicht unbedingt unwohl in meinem männlichen Körper fühlte. Ich fühlte mich nur nicht 100%ig männlich."

Vor der Erkenntnis eigentlich eine Frau zu sein, dachte ich zuletzt auch, als Mann nur eine sehr starke feminine Seite zu haben, die sich jetzt ihren Weg nach draußen bahnt, was als Mann okay für mich war. Als mich aber ein junges Mädchen aus dem Internet dazu brachte, meine eigene Kindheit zu hinterfragen, stellte sich sehr schnell heraus, dass ich schon immer wie eine Frau dachte, handelte und auch fühlte, was mir bislang überhaupt nicht bewusst war.

Als "Mann" brachte ich es immerhin bis zum Dipl.-Ing., wenngleich ich in meiner Studentenzeit auch als Außenseiter galt, weil ich andere Interessen hatte wie meine Mitkommilitonen und nicht nur an wilde Sauforgien dachte. Ich kann auch jetzt nicht sagen, dass ich mich unwohl fühle in meiner männlichen Hülle. Nur hatte ich immer das Gefühl, eine Rolle zu spielen.

Heute ziehe ich an was mir gefällt, kleide mich dezent feminin, kaufe meine Klamotten selbst, trage Schmuck, Freundschaftsringe und -bänder, benutze Damen-Parfüms und -Deos, epiliere mir die Beine, arbeite an meiner Oberweite, überschreite Grenzen und... bin einfach ich selbst... und... fühl mich... glücklich. Auch wenn mein Weg gerade erst begonnen hat.

Ich bin sehr tolerant und freue mich über die Vielfalt der menschlichen Spezies. Wir haben die gleichen Wurzeln und gehen doch so unterschiedliche Wege. Du bist nicht 50% Mann und 50% Frau sondern 100% Mann oder 100% Frau. Bleib einfach wie du bist, Johanna. Du hast für dich deinen Weg gefunden...

Liebe Grüße
Bonnie
"Den Mutigen gehört die Welt. Leider aber auch noch ein paar anderen."

Johanna L
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Re: Mein Leben mit beiden Geschlechtern

Beitrag von Johanna L » 25.05.2018, 12:00

Hallo Bonnie (und alle anderen Foren-Leser),

Der Text, den ich aus dem alten Forum übernommen habe, ist aus 2017 und beschreibt einen langen Prozess. Und ich lebe nicht, wie es Bonnie am Ende ihres Beitrags schreibt, 100% Mann oder 100% Frau, ich lebe 100% Mann UND 100% Frau. Denn immer wenn ich Johannes bin, ist Johanna mit dabei; und immer wenn ich Johanna bin, ist Johannes mit dabei. Bei mir ist immer beides da, auch wenn ich mich mal männlich, mal weiblich zeige.

Es ist mannchmal schwer zu begreifen, es ist ja auch unser aller Konditionierung, in den Kategorien Mann oder Frau zu denken. Sich an Neues zu gewöhnen, dauert halt. Das ist mir klar. Daher will ich ja mein Leben mit Euch Allen teilen, um da einen Wandel in den stereotypen Denkmustern zu ermöglichen.

Und auch ich überschreite dabei Grenzen. Hier mal ein kleines Beispiel: Vor etwa 2 Jahren war ich zusammen mit Mutter bei einem Straßenfest in Straelen. Da auch die Geschäfte geöffnet waren, gingen wir in ein Schuhgeschäft. dort ging ich in die Damenabteilung, schon der Schuhgröße wegen. 2 Paare, die auch noch im Angebot waren, nahm ich mit zur Kasse. Da ich männlich unterwegs war, meinte die junge Frau an der Kasse: 'Für Ihre Freundin, nicht wahr?' und ich erwiederte, 'Nein, für mich.' Worauf ich einen erstaunten Blick ihrerseits erkennen konnte.

Da ich meine Kleidung inkl. Schuhe mehrheitlich im Damenbereich kaufe, meine Körpermaße und meine Schuhgröße bringen das so mit sich, kommt es schon mal vor, dass ich erstaunte Blicke oder Reaktionen erkennen kann. Für mich sind sie aber mittlerweile so normal geworden, dass ich schon genau hinsehen muß, um sie zu erkennen.

Friedlicher Gruß

Johanna L

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Re: Mein Leben mit beiden Geschlechtern

Beitrag von Johanna » 25.05.2018, 23:56

Liebe Johanna,

Danke für das Teilen deiner Erfahrungen, ich finde deinen Bericht sehr spannend und inspirierend! An der Stelle mit dem Hinhocken hätte ich es am liebsten kurz mal ausprobiert, um zu sehen, wie ich es mache. [lach.gif] Ich glaube, ich selber mache meine Beine nicht zusammen (verliert man da nicht das Gleichgewicht?)... egal. Ich kann mir gut vorstellen, dass mehr Menschen als es vielleicht von außen erscheint ähnlich empfinden könnten wie du, aber ihr ganzes Leben lang in ihrem "Geburtsgeschlecht" verharren und ihre "andere Seite" unterdrücken aus Angst vor sozialer Ausgrenzung. Bestimmt kannst du mit deiner Offenheit vielen Menschen die Augen öffnen und sie dazu ermutigen, ruhig auch mehr als ein Geschlecht in sich selbst und in Anderen zu akzeptieren. [smile.gif]
Was mich noch interessieren würde: Wie stellst du dich den Leuten vor - also vor allem gegenüber denen, denen du in unterschiedlichen Umfeldern begegnen könntest? Versuchst du immer direkt zu Anfang für Klarheit zu sorgen oder stellst du dich dann eben einmal als Johannes und einmal als Johanna vor, wenn es dazu kommt?

Ich freue mich schon auf weitere Berichte von dir.
Liebe Grüße,
Johanna

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Re: Mein Leben mit beiden Geschlechtern

Beitrag von Jan » 26.05.2018, 21:39

Guten Abend Johanna,

ich danke ebenfalls für diese auch für mich ungewöhnliche Perspektive.

In einem anderen Thread habe ich geschrieben, das wir alle mehr oder weniger Wanderer zwischen den Polaritäten sind. Ich verstehe Deine Erzählung so, dass Du alle Aspekte Deines Seins auslebst und genießt. Hast Du manchmal das Gefühl, das Du die verschiedenen Pole in Dir zum Ausgleich bringen musst? Gibt es Dir das Erleben von Vollständigkeit?

Viele Grüße

Jan

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Re: Mein Leben mit beiden Geschlechtern

Beitrag von Johanna L » 26.05.2018, 22:14

Hallo Johanna,
hallo Jan,

danke für Eure Reaktionen auf meine Berichte.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, Eure Fragen an mich zu beantworten.

@Johanna

ich bin für die Anderen entweder Johannes oder Johanna, so, wie ich in dem Moment halt bin, Mann oder Frau (rein äußerlich - versteht sich). Wenn es darüber hinaus Klärungsbedarf vom jeweils Anderen gibt, kommt die entsprechende Erklärung von mir. Als Beispiel sei hier genannt, dass ich bei meiner letzten Beschäftigung in Ratingen von einigen Kollegen auf meine Brüste angesprochen wurde. Ich habe dann natürlich erklärt, was es damit auf sich hat.

Das bedeutet, ich dränge mein Leben niemandem auf, aber wer mehr erfahren möchte, bekommt alle Infos, die gewünscht werden.

@Jan

Deine Frage ist echt gut. Ich habe sie nun mehrfach gelesen und erwische mich dabei, dass ich jedesmal eine andere Antwort schreiben will. Gewiss, in gewisser Weise will ich einen Ausgleich erzeugen, da ich ja jahrelang meine weibliche Seite nicht so ausleben konnte, wie ich es heute tue. Aber heute fühlt es sich nicht mehr so an, als müsse ich etwas ausgleichen. Es fühlt sich alles stimmig an. so wie auch der Rest in meinem Leben. Seelisch bin ich scheinbar bei mir angekommen. Ja, ich lebe alle Aspekte meines Seins aus. Und ja, ich genieße jeden Tag, wo ich Ich selbst sein darf. Es geht noch nicht immer und überall, aber da, wo es geht, mache ich es genauso.

In der kommenden Woche mehr dazu. Unter Anderem auch ein kleiner Bericht von meinem Wochenende. Auch wenn es sich für mich normal anfühlt, für andere, die hier still mitlesen, können solche Erlebnisse wichtig sein, ihr Selbstbewußtsein zu stärken.

Friedlicher Gruß

Johanna L

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Re: Mein Leben mit beiden Geschlechtern

Beitrag von Johanna L » 28.05.2018, 20:32

Hallo Ihr da draußen,

auch hier im öffentlichen Bereich gibt es einen Bericht über meine Wochenendausflüge.

Am Wochenende habe ich das schöne Wetter dazu genutzt, rauszukommen und Johanna zu leben. Am Samstag war ich zunächst auf dem Japantag. Doch konnte mich der ganze Animé-Kram nicht erwärmen. Also habe ich nach einer kühlen Cola einen Ortswechsel vollzogen und bin weiter nach Köln, wo ich einen Stadtbummel gemacht habe.

Am Sonntag war ich in Moers bei einem Mädelströdelmarkt. Auf Trödelmärkten kann man so herrlich stöbern. Und ich entdeckte auch an einem Stand ein schönes Kleid, welches Trödelmarkttypisch recht günstig sein sollte. Zur Anprobe standen nur wenige gemeinschaftlich genutzte Umkleidemöglichkeiten zur Verfügung, so dass mich die Frau an dem Stand um einen Pfand bat. Wir einigten uns auf meinen Perso. Ich wies sie freundlicherweise darauf hin, dass der Perso auf Johannes ausgestellt ist, aber sie erwiederte lediglich 'das macht doch nichts, jeder so, wie er mag', und damit war das Thema auch schon durch. Das Kleid hat mir übrigens gepasst.

Ich hatte ein schönes Wochenende mit nur positiven Erfahrungen und Begegnungen. Es war genauso, wie ich erwartet hatte.

Also entweder bin ich nur als Frau gegendert worden, oder ich habe nicht bemerkt, dass ich vielleicht 'ertappt' wurde.

Ich plane derzeit übrigens meinen Eifel-Urlaub Ende Juni. Und wie in den vergangenen Jahren werde ich den Truck GP, eine Motosportveranstaltung für Trucker mit Country-Festival, die an dem Wochenende Ende Juni/Anfang Juli stattfindet, im weiblichen Geschlecht besuchen. Auch davon werde ich dann im Nachgang berichten.

Das soll es für jetzt gewesen sein.

Friedlicher Gruß

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Re: Mein Leben mit beiden Geschlechtern

Beitrag von Johanna L » 10.06.2018, 18:18

Hallo zusammen,

ich hatte heute wieder eine nette Begebenheit.

Ich war heute in Bottrop auf einer kleinen Vernissage von 4 Künstler/-innen, die hauptsächlich Bilder malen. Einer von den Künsltern ist ein ehemaliger Arbeitskollege, den ich kennengelernt habe.

Mein Ex-Kollege hat mich nicht sofort erkannt, erst, als ich näher zu ihm kam. Er meinte auch, dass ich zu Beginn als Künstlerin gesehen wurde. Auf der Vernissage gab es hauptsächlich polnisches Publikum, da auch die Künstler/-innen eine polnische Herkunft haben. Ich wurde in dieser Gesellschaft recht nett und unvoreingenommen aufgenommen. Ich habe ein paar schöne Stunden verlebt und nette Gespräche geführt.

Das ist wieder eine nette kleine Geschichte, mit denen ich allen Mut machen will, die sich noch unsicher sind. Denn für Unsicherheit besteht kein Grund.

Friedlicher Gruß

Johanna L

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Re: Mein Leben mit beiden Geschlechtern

Beitrag von Johanna L » 24.06.2018, 21:46

Hallo zusammen,

hier mal wieder ein Beitrag zu meinem Thema. Da ich ja meine Brustprothesen bis auf wenige Ausnahmen immer verwende, kommt es in letzter Zeit immer häufiger zu Nachfragen, ob auf der Arbeit oder in der Freizeit. Und immer, wenn ich dann meinen Weg erkläre, ernte ich Verständnis und positives Interesse. Und ab und zu kommt es vor, dass es dann eine Reaktion gibt, dass es auch im Bekanntenkreis Anderer Trans*-Menschen gibt.

Meine Zweigeschlechtlichkeit wird immer bekannter und fast alle Reaktionen hierauf sind Positiv. Ich gehe mal davon aus, dass die Bedenken gar nicht so riesig sind, wie sich dass so mancher Trans*-Mensch in seinen/ihren Gedanken ausmalt.

Auch heute beim American Football, wo ich als Schiedsrichter auf dem Feld stand, dort dann ohne die Brustprothesen, kam es kurz zu einem Gespräch, wo ich mit einem alten Footballkollegen im Thema Trans* ankam. Er war ein wenig erstaunt, da ich meine Trans*-Identität ja noch nicht so lange auslebe, schon gar nicht in der Football-Gemeinde, aber war ebenso positiv in seiner Reaktion.

Mit jedem Tag verschmilzen meine Geschlechter immer mehr zu etwas, wofür es wahrscheinlich noch kein treffendes Wort gibt. Doch ich lebe es, egal, ob ich es benennen kann oder nicht.

So, wie es in vielen anderen Postings schon geschrieben wurde, ich lebe mein Leben so, wie ich mich fühle, mit nur wenigen lebensnotwendigen Kompromissen.

Friedlicher Gruß

Johanna L

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