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 Betreff des Beitrags: Es geht um unsere Würde
BeitragVerfasst: 27.03.2018, 06:06 
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Guten Morgen zusammen,

ich wurde auf etwas Interessantes aufmerksam gemacht:

Gerald Hüther, Thema Würde

https://www.wuerdekompass.de/projekte/aufruf-zur-wuerde

Es ist etwas, das Menschen sehr gerne für sich vergessen.

Ganz liebe Grüße, Ulla



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Warum durchs Leben gehen, wenn man auch tanzen kann?
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 Betreff des Beitrags: Re: Es geht um unsere Würde
BeitragVerfasst: 27.03.2018, 07:01 
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Guten morgen Ulla,
vielen Dank für den Link, sehr interessant und so wahr.
Die Würde ist schon eine seltsame Sache, jeder fordert sie für sich ein, hat aber kein Interesse daran sie anderen gewähren.

Das Verrückte an dieser Würde - sie wird in nahezu jeder Verfassung(Grundgesetzt) eines demokratischen Landes sehr hoch angesetzt.

§1 GG.:
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Komisch nur, dass es offensichtlich keinen, vor allem keinen Politiker interessiert.
Wie sonst ist es zu erklären, dass es erst Gerichtsurteile braucht, genau diesen Paragrafen auch wirklich umzusetzen.

Liebe Grüße
Petra



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Menschen, die offen ihre Gefühle zeigen, sind weder dumm noch naiv, im Gegenteil.
Sie sind so stark, dass sie keine Maske mehr brauchen.
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 Betreff des Beitrags: Re: Es geht um unsere Würde
BeitragVerfasst: 27.03.2018, 21:49 
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Hallo Petra,

Petra_Worring hat geschrieben:
Die Würde ist schon eine seltsame Sache, jeder fordert sie für sich ein, hat aber kein Interesse daran sie anderen gewähren.


Genau da, finde ich, liegt der Hase im Pfeffer begraben.
Die wenigsten wissen, wann, wo und wie sie ihre Würde "fortgeben", indem sie auch die Verantwortung für sich selbst anderen überlassen und Selbstwertgefühl sowie Selbst-Bewusstsein von den Menschen selbst mit Füßen getreten werden.
Schon allein, wenn man in einer Beziehung immer den Weg des geringsten Widerstandes geht, gibt man seine Würde bereits her.
Es bedeutet, wenn man in Würde leben möchte, dass man auch (für andere) unbequeme Entscheidungen manchmal trifft.

Petra_Worring hat geschrieben:
Das Verrückte an dieser Würde - sie wird in nahezu jeder Verfassung(Grundgesetzt) eines demokratischen Landes sehr hoch angesetzt.

§1 GG.:
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Komisch nur, dass es offensichtlich keinen, vor allem keinen Politiker interessiert.
Wie sonst ist es zu erklären, dass es erst Gerichtsurteile braucht, genau diesen Paragrafen auch wirklich umzusetzen.

Das ist nicht verrückt.
Im Text von Herrn Hüther ist ja auch nachzulesen, dass Menschen, die anfangen, für sich ihre Würde zu beanspruchen, entsprechend Entscheidungen treffen, aufhören manipulierbar zu sein.
Menschen, die Angst haben, können sehr gut manipuliert und gelenkt werden.

Hier habe ich noch einen interessanten Text aus dem Buch von Oriah Mountain Dreamer, "Die Einladung":
Hervor heben möchte ich diese Stelle:
Zitat:
Es interessiert mich nicht, ob das, was du erzählst, wahr ist.
Ich will wissen, ob du andere enttäuschen kannst, um dir selber treu zu bleiben, ob du den Vorwurf des Verrates ertragen kannst,
um deine eigene Seele nicht zu verraten, ob du treulos sein kannst, um vertrauenswürdig zu bleiben.

Quelle:
Kompletter Text "Die Einladung"

Ganz liebe Grüße,
Ulla



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Warum durchs Leben gehen, wenn man auch tanzen kann?
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 Betreff des Beitrags: Re: Es geht um unsere Würde
BeitragVerfasst: 28.03.2018, 00:02 
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Hallo Ulla,

in einer Zeit wo überall gegen die Menschenwürde verstossen wird ist es ein ernstzunehmender Punkt.
Jeder missbilligende und abwertende Blick stellt schon einen Verstoß dar.

Sich nicht mehr verbiegen und schikanieren zu lassen, oder sich nicht im Intresse Anderer manipulieren zu lassen ist heutzutage schon ein gewaltiger Kampf.
Ich habe es gewagt aus diesem Schema auszubrechen und ich lebe damit ganz gut.
Der meiste Gegenwind kommt immer wieder von den Menschen die aus diesem verdrehten System nicht aussteigen können oder wollen.
Was wäre denn wenn alle Menschen die Würde anderer Menschen respektieren würden ? Wir würden in einer wirklich freien Gesellschaft leben, frei von Hass und anderen negativen Auswirkungen. Wir leben aber in einem System das den Hass und den Neid braucht damit von anderen großen Problemen abgelenkt wird. Wer das durchschaut und für sich selbst respekt- und würdevoll mit seinem Umfeld lebt sieht viele Manipulationen, hat keinerlei Grund sich gegen ihre/seine Mitmenschen aufhetzen zu lassen. Nur wer mit sich selbst würdevoll umgeht kann auch anderen ein Stück Würde entgegen bringen.

Wir leben in einer rücksichtslosen und unaufgeklärten Gesellschaft, respektlos und beinahe ohne Einhaltung von Regeln.
Kann uns das dauerhaft daran hindern respektvoll und ebenso würdevoll mit unseren Mitmenschen umzugehen ?

MICH hindert es in keinster Weise daran mit diesen Werten zu leben, und wie ich sehe bin ich damit nicht alleine.

LG, Anna



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Wenn die Welt lachend zugrunde geht, warum sollen ausgerechnet wir dann traurig sein ???
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 Betreff des Beitrags: Re: Es geht um unsere Würde
BeitragVerfasst: 28.03.2018, 08:40 
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Würdig mit Menschen umzugehen, fängt doch schon bei den Kleinen, sprich Kindern, an.
Ich habe in meiner bisherigen Sonderpädagoginnenlaufbahn einiges erlebt, sowohl in meinen 12 Jahren an der Förderschule, als auch jetzt bei den "braven Durchschnittsbürgern" in der Grundschule. Sorry, da bleibt einem teilweise die Spucke weg. Wir haben irgendwann mal an der FöSch
den Spruch geprägt: "Kinder haften für ihre Eltern!" - und das hat nichts mit der Höhe des Bankkontos zu tun. Ein Begriff, wie der der "Wohlstandsverwahrlosung" sollte uns Erwachsenen die Schamesröte ins Gesicht treiben.
Wir versuchen jeden Tag unsere Schüler zu stärken, ihnen Werte und "würdiges" Verhalten beizubringen, auch und gerade in dem ich ihre kleine Sorgen Ernst nehme. Ihnen würdiges Verhalten vorzuleben, im Umgang mit anderen Menschen, egal welcher Religion, Kultur, Hautfarbe oder von mir aus auch sexueller Orientierung sie angehören und selbstverständlich auch im Umgang mit der Natur. (wie war das noch, dass man Geld nicht essen kann?). Aber wie oft ist das ein Tropfen auf den "heißen Stein"? Landleben = heile Welt? Denkste!
Ok, vielleicht haben meine Kids einen anderen Zugang zur Natur, vielleicht haben wir noch hier und da so etwas, wie "Gemeinschaft" und leben trotzdem Toleranz. An unserer kleinen Schule gibt es den "Club der Schwarzen", vier Mädchen, Flüchtlingskinder (ohne Eltern) aus dem Kongo, die sich selber so genannt haben und die voll integriert sind, genauso wie der 8-Jährige aus Syrien, um nur einige Beispiele zu nennen.
Aber, wir haben auch die "Katastrophenfamilien", ja selbst auf dem Land gibt es arme Kinder, sowohl materiell als auch seelisch.
Wir haben letztes Jahr eine Projektwoche zum Thema "Kinderrechte sind Menschenrechte" gemacht, in der Vorbereitung wurde uns klar, wie nötig das war und ist, selbst in unserer kleinen überschaubaren Welt.

:drapeau:

Conny


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 Betreff des Beitrags: Re: Es geht um unsere Würde
BeitragVerfasst: 28.03.2018, 14:06 
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Hallo Ulla,

Gerald Hüther ist mir ein Begriff. Er ist nicht nur beim Thema Würde ganz weit vorne.

Ich finde das Thema Würde auch ganz wichtig, nicht nur in unserer Community. Würde geht eigentlich jeden Menschen an. Doch die wenigsten wissen wirklich, was es damit auf sich hat.

Es lohnt sich auf jeden Fall, sich damit und mit Gerald Hüther zu beschäftigen.

Friedlicher Gruß

Johanna L


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 Betreff des Beitrags: Re: Es geht um unsere Würde
BeitragVerfasst: 30.03.2018, 07:43 
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Hallo zusammen,

ich danke euch für eure achtsamen und überlegten Gedanken dazu.
Ja, ihr habt recht, ich kann euch da nur zustimmen.
Auch ich sehe in meinem Werdegang, wo ich als Kind meine Würde abgeben musste an meine Eltern,....
Doch das hindert mich nicht, dass ich mich entwickelt habe und mit meiner Mutter heute anders umgehen kann als sie damals mit mir.

Gerald Hüther inspiriert Denies und mich schon seit ein paar Jahren.

Obwohl ich schon seit 20 Jahren umdenke, so merke ich wie sehr der Text im Link mich noch weiter anspricht und ich sehe, wo ich in meinem Leben immer noch weiter ansetzen kann.

Wünsche euch einen wunderbaren Karfreitag.

Ganz liebe Grüße, Ulla



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Warum durchs Leben gehen, wenn man auch tanzen kann?
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 Betreff des Beitrags: Re: Es geht um unsere Würde
BeitragVerfasst: 30.03.2018, 16:23 
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Hmm... ich weiß nicht, ob meine Anmerkung jetzt auch etwas mit diesem Thema hier zu tun hat. Wenn nicht... löscht sie bitte wieder.

Ich hatte Anfang 2017 eine wundervolle Freundschaft zu einem 22-jährigem Mädchen, das im Internet auch meine Unterstützung suchte und dankend annahm. Sie akzeptierte mich als Bonnie, als GUTE FEE, so wie ich bin und da war Ehrlichkeit und ganz viel Vertrauen. Letztendlich brach sie den Kontakt nach einem halben Jahr völlig unvorbereitet zu mir ab, weil es ihre Mutter so wollte, ohne das ich je mit ihr darüber reden konnte, weil ihre Mutter aus Georgien stammte, einem Land, wo auch in der heutigen Zeit Leute, die "anders" sind, noch verfolgt und bestraft werden.

Das Thema "anderer Kulturkreis" unterschätzte ich dabei völlig, auch die Tatsache, dass man in dem Alter von der Mutter noch so fremdbestimmt sein kann. Heute kann ich dem Mädchen nicht mal mehr böse sein, sie hatte ihren Platz in meinem Herzen wie keine andere... eigentlich tut sie mir jetzt nur noch leid. Man kann sich die Mutter nicht aussuchen und eine "lesbische Freundin" ging in dem Zusammenhang halt gar nicht. Das war meine schwierigste Trennung überhaupt, wegen der Ohnmacht, nix tun zu können... Ich hätte gern mal mit ihr geredet und mich in Freundschaft von ihr getrennt.

Aber ich glaube schon, dass dies etwas mit Menschenwürde zu tun hat, wenn "Andersdenkende und -geartete" in anderen Ländern noch verfolgt und bestraft werden. Wir sollten auch im eigenen Land nicht wegschauen, wenn beispielsweise irgendwo Kinder missbraucht und misshandelt werden. Wie tief muss man da gesunken sein? Sich an den Schwächsten und Schutzbedürftigsten der Gesellschaft zu vergreifen? Meist sogar in der eigenen Familie. Da wird selbst die Bonnie zur "Kriegerin" im Kampf gegen die Ungerechtigkeit auf der Welt... :kratz:



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"Den Mutigen gehört die Welt. Leider aber auch noch ein paar anderen."
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